Unsere beiden Kleinen werden viel zu schnell groß und sind nun schon aus ihren Babybetten rausgewachsen. Die zwei haben das Wahnsinns-Glück, Enkel einer sehr kreativen, handwerklich begabten und fürsorglichen Großeltern-Generation zu sein!

Die Eltern meines Mannes wohnen in der Nähe, beherrschen perfekt das Gärtnern und Handwerkern, lieben Kinder und sind immer da, wenn man sie braucht. Meine Mutter war eine super kreative Handwerkerin und Künstlerin und eine sehr nachhaltig handelnde Frau! Mein Papa, ein Lebenmensch, ist ein wandelndes Gedichte- und Zitate-Lexikon und liebt es, handwerklich tätig zu sein! Jetzt hat er sich mal wieder Zeit genommen, etwas für unsere Kleinen zu bauen und hat sich dabei selbst übertroffen…es wird ein Doppelhochbett, also eine Art Hochebene für zwei! Und das Schönste daran: er hat die Bauteile des alten Stockbettes aus meiner Kindheit wiederverwertet…in dem meine Schwester und ich schliefen und welches er damals schon für uns gebaut hatte. Ist das nicht wunderschön (#kreativesupcycling)? Aber was hat das mit dem Thema „Nachhaltige Wandfarbe“ zu tun?

Wieso erzähle ich das alles?

Ganz einfach: weil all dies Hintergründe für mein nachhaltiges Leben und speziell für diesen Artikel sind!

So kam es nämlich, dass wir in den letzten Tagen das Kinderzimmer ausräumen und streichen mussten, bevor das neue Bett bald seine neue Heimat beziehen kann. Und logischerweise habe ich mich dieses Mal mit dem Thema „Nachhaltige Wandfarbe“ beschäftigt! Denn man glaubt gar nicht, was alles in konventioneller Wandfarbe ist. Hast Du schon mal angebrochene Farbe benutzt, die bereits 3 Jahre lang in ihrem Eimer versauert? Das geht wunderbar. Aber wie kann das sein? Indem Unmengen an schädlichen Konservierungsmitteln (z.B. Isothiazolinon), flüchtigen Lösemitteln und Plastik (Kunststoff-Bindemittel wie Polyvinylacetat, Acrylat, Styrol) zu 5-20 % verarbeitet sein können. In einem 10L-Farbeimer stecken also bis zu 2L Plastik drin! Das ganze Zeug belastet aber nicht nur die Umwelt sondern auch unsere Raumluft.

Das ging doch früher auch anders…genau! Und genau wie damals kann man Wände ganz einfach mit Naturmaterialien streichen. Das weiß nur fast keiner mehr bzw. noch nicht ;-)!

Nachhaltige Wandfarben – meine bisherige Auswahl:

Es gibt mittlerweile viele tolle Hersteller von nachhaltigen Wandfarben, die auch unzählige superschöne Farbtöne anbieten.

Ich hatte vor einiger Zeit eine hellgraue Farbe von Volvox beim Händler im Eimer anrühren lassen und super Erfahrungen damit gemacht. Es hat schon beim ersten Mal gedeckt, obwohl die Wand vorher braun war. Nachteil ist, dass auch hier in einigen Farben immer noch ein kleiner Teil Konservierungsmittel drinsteckt. Da muss man drauf achten. Aber die Farben sind eine tolle streichfertige Alternative zur typischen Wandfarben aus dem Baumarkt.

Dieses Mal habe ich mich auf Rat einer guten Freundin aus Hamburg für die Lehmfarbe von Kreidezeit entschieden. Die kommt als Pulver in einem Papiersack (der im Altpapier entsorgt werden kann) und kann mit extra Pigmenten in jede beliebige Farbe verwandelt werden. Die Farbe deckt total klasse und das Beste: sie stinkt nicht sondern riecht angenehm natürlich. Ich bin toooootal begeistert!

Hat mich überzeugt:

  • komplett frei von Konservierungsstoffen und Kunstharzbindemitteln
  • antistatisch weil Plastikfrei (zieht keinen Staub an)
  • positiv für das Raumklima (feuchtigkeitsregulierend)
  • bindet Gerüche
  • anwendbar auf fast allen Untergründen im Innenbereich
  • deckt total klasse (hochgradig diffusionsfähig)
  • super leicht abwischbar (Boden, Eimer, Pinsel, Kleidung,…)
  • stinkt nicht sondern riecht natürlich nach Lehm

Nicht ganz so ideal, aber voll ok:

  • Pulver muss vor Gebrauch mit Wasser angerührt werden und dann 30 min quellen
  • Mengen von Lehmfarbe und Pigmenten muss vorher ausgerechnet und abgewogen werden
  • Farbe sollte noch am gleichen Tag verwertet werden, sonst wird sie schlecht
  • Wand ist nicht abwischbar, da sonst die Farbe mit abgeht

Was brauchst Du:

  • Einen Händler seines Vertrauens (notfalls einen Onlineshop, der die Farben hat)
  • 2 saubere Eimer (einer zum Anrühren, einer zum Schütten des Wassers)
  • Küchenwage
  • Normales Malerwerkzeug (Rollen, Pinsel, Abklebeband aus recyceltem Plastik)
  • Bohrmaschine mit Rühraufsatz

Wo bekomme ich die Lehmfarbe in Frankfurt?

Bornheim/Nordend scheint das richtige Pflaster für nachhaltiges Renovieren zu sein. Hier gibt es gleich zwei tolle (kleine) Natur-„Baumärkte“. Ich hatte die Volvox Farben vom Naturbaumarkt Wende in der Petterweilstraße und die Lehmfarben von Casa Viva in der Vogelsbergstaße.

Mein Fazit zum nachhaltigen Wandanstrich:

Ich bin soooo begeistert, dass ich gleich wieder los bin und mir den nächsten Sack Farbe geholt habe. Zwischen den Jahren ist der Flur dran :-).